Wie entwickeln sich Kinder?

Reflexentwicklung
Während der Entwicklung des Fötus bildet sich eine Gruppe von Reflexen, welche als primitive oder frühkindliche Reflexe bezeichnet werden. Diese frühkindlichen Reflexe übernehmen wichtige Funktionen während Schwangerschaft, Geburt und in den ersten Lebensmonaten des Kindes. Sie sollten zum Zeitpunkt der Geburt vollständig vorhanden sein und stellen somit ein Maß für den Reifegrad des zentralen Nervensystems dar.
Die frühkindlichen Reflexe werden während des ersten Lebensjahres langsam integriert. Während diese Reflexe gehemmt und höheren Funktionen abgelöst werden, gewinnt eine andere Gruppe von Reflexen, die so genannten Halte- und Stellreflexe, die Oberhand. Nun lernt das Kind, mit den Anforderungen der schwerkraftbestimmten Umgebung fertig zu werden. 
Dies bildet die Basis für die Kontrolle von Gleichgewicht,  Haltung und willkürlichen Bewegungen. Es ist ein bekannter medizinischer Aspekt, dass Reste frühkindliche Reflexe ein Zeichen dafür sind, dass das zentrale Nervensystem in irgendeiner Weise nicht einwandfrei funktioniert. Man spricht von einer neuromotorischen Entwicklungsverzögerung (NDT).

Wahrnehmung  und Sensorische Integration

Über unsere Sinnessysteme fliessen ständig Empfindungen in unser Gehirn. Für all unsere Handlungen benötigen wir eine gute Organisation unserer Sinneswahrnehmungen, sei es im täglichen Leben, auf dem Spielplatz, im Schulzimmer oder im Kontakt mit Menschen.

Sind bei einem Kind über 31/2 Jahre noch Restreaktionen frühkindlicher Reflexe fest zu stellen und die Halte- und Stellreflexe sind nicht oder nur unvollständig vorhanden, kann dies gravierende Auswirkungen haben. Alle Sinnessysteme können betroffen sein, was Auswirkungen auf das schulischen Lernen und auch auf den sozialen Umgang haben kann. 

Restreaktionen frühkindlicher Reflexe stellen keine Krankheit dar. Sie verursachen lediglich einen Entwicklungsrückstand, den es in einem zweiten Anlauf aufzuholen gilt. Mit Hilfe eines Bewegungsprogramms können Lücken in der Entwicklung des Kindes geschlossen werden.

Motorik der Schlüsses zum Erfolg
Das individuelle, entwicklungsfördernde Bewegungsprogramm dient der Ausreifung bestehender frühkindlicher Reflexe und fördert die Ausreifung der Halte- und Stellreaktionen. Durch das Bewegungsprogramm werden Wahrnehmen, Bewegen, Lernen, Gleichgewicht, Aufmerksamkeit und Konzentration gefördert. Die Hilfe erfolgt auf der Basis von Körpererfahrungen. Das Testverfahren zur Abklärung des neuromotorischen Entwicklungsstandes und das neuromotorische Förderprogramm NDT ist für Kinder ab 4 Jahren entwickelt worden.